Petr Iljič Čajkovskij

Eugen Onegin

Janáček Theater / Oper Termine und Tickets

Einstudiert im russischen Original mit tschechischen und englischen Untertiteln.

Mein Schicksal leg ich nun in deine Hände…

Der junge Dandy Eugen Onegin flieht, gelangweilt vom gesellschaftlichen Leben Sankt Petersburgs, aufs Land, wo er die naive junge Tatjana kennen lernt. Kühl weist er die Liebe zurück, in der Tatjana für ihn entbrennt, um einige Jahre später zu begreifen, welchen Fehler er begangen hat und dass er ihn nicht mehr korrigieren kann. Der in den Jahren 1823–1831 erschienene Versroman von Alexander Puschkin wurde in der russischen Gesellschaft sehr populär, und so kann es nicht verwundern, dass Tschaikowsky gerade hier fündig wurde, als er ein Sujet für seine vierte Oper suchte, und zusammen mit seinem Librettisten Schilowski umfangreiche Passagen von Puschkins Ausgangstext beibehielt. Der Komponist gab seinem Werk den Untertitel Lyrische Szenen in drei Akten, und tatsächlich kombiniert Eugen Onegin in recht ungewöhnlicher Weise eher intime Szenen eines für die Oper des 19. Jahrhunderts eigentlich untypischen, simplen Sujets mit einer romantisch gefassten Orchestrierung und ebensolchen Chorszenen. Es darf gesagt werden, dass Tschaikowskis Musik die Authentizität und Tiefe von Puschkins Romanhandlung noch weiter steigerte und vor allem die Momente der Liebensgeständnisse der Haupthelden – sei es die Briefszene der Tatjana, Lenskis Abschied vom Leben oder die Arie des Fürsten Gremin – mit Recht zu den berühmtesten Passagen des Operngenres zählen. Nach der sehr erfolgreichen Inszenierung von Pique Dame markiert Eugen Onegin die Rückkehr von Regisseur Martin Glaser zum Werk Tschaikowskis, des größten Komponisten der russischen Romantik.

TV Premiere am 29. März 2021, Janáček-Theater

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Inhalt der Oper

Was wäre das Leben ohne romantische Illusionen? Aber ist es möglich, nur in ihnen zu leben? Und wie weiter, wenn von den Illusionen nur noch eine Halde leerer Erinnerungen geblieben ist…

1. Akt
Der Sommer neigt sich allmählich seinem Ende zu. Die Gutsbesitzerin Larina und ihre Amme Filipjewna machen sich im Garten ans Einmachen. Der Gesang von Larinas Töchtern Tatjana und Olga beschwört in ihnen Erinnerungen an die romantischen Torheiten ihrer Jugendzeit herauf, die schon lange einem eintönigen Alltagstrott gewichen sind. Aus der Ferne ist der Gesang der Dorfbewohner zu hören, welche die diesjährige Ernte zum Gutshof bringen. Die Idylle des frühen Abends wird gestört durch die Ankunft des Dichters Lenski, der in Olga verliebt ist. Lenski hat seinen Freund Onegin mitgebracht, der seit Kurzem in der Nachbarschaft wohnt. Obwohl sie nur einige höfliche Worte ausgetauscht haben, verliebt sich Tatjana, voll von Idealen und Illusionen romantischer Liebe, Hals über Kopf in den gut aussehenden Onegin, der sich so ganz von den Männern unterscheidet, die sie aus ihrer Umgebung kennt. Am Abend vertraut Tatjana der Amme an, dass sie sich verliebt hat, und die ganze Nacht schreibt sie an einer Liebeserklärung an Onegin. Am Morgen bittet sie Filipjewna, den Brief Onegin überbringen zu lassen. Dieser stattet Tatjana daraufhin einen Besuch ab. Seine kühlen Worte, dass er sie nie lieben könnte, demütigen sie zutiefst.

2. Akt
Zu Hause bei den Larins wird Tatjanas Namenstag gefeiert. Unter den Gästen sind auch Lenski und Onegin. Beim Tanz mit Tatjana hört Onegin zufällig, wie die Gäste über ihn lästern. Er beschließt, sich dafür bei Lenski zu rächen, der ihn zu dem Ball mitgenommen hat, und beginnt seine Verlobte Olga zu hofieren. Er tanzt mit ihr einen Tanz nach dem anderen. Das leichtfertige Mädchen sieht darin nichts Schlechtes, doch der eifersüchtige Lenski bricht einen Streit vom Zaun und fordert schließlich zum allgemeinen Entsetzen Onegin zum Duell. Am frühen Morgen wartet Lenski mit seinem Sekundanten Saretzki auf Onegin. Seine Gedanken gehören Olga und den glücklichen Jugendjahren, die er in ihrer Gesellschaft verbracht hat. Onegin erscheint, und nach anfänglichem Zögern der Freunde greifen beide zu ihren Pistolen. Lenski wird von der Kugel getroffen und stirbt.

3. Akt
Nach einem mehrjährigen Aufenthalt im Ausland kehrt Onegin nach Sankt Petersburg zurück. Direkt vom Schiff begibt er sich auf einen Ball. Mit Erstaunen erkennt er in einer reizenden und von allen bewunderten jungen Dame Tatjana, um gleich darauf festzustellen, dass sie mit Fürst Gremin verheiratet ist. Dieser erzählt Onegin mit bewegten Worten, welches Glück ihm widerfahren sei und wie sehr er Tatjana liebe. Onegin erkennt, was er verloren hat, als er sie vor Jahren zurückwies. So wie einst Tatjana, schreibt nun Onegin einen Brief mit einer heißblütigen Liebeserklärung. Als er Tatjana begegnet, weist sie ihn jedoch ab. Auch seine leidenschaftlichen Bitten können sie nicht erweichen – ihr Schicksal hat sich entschieden, und sie wird ihrem Mann treu bleiben. Schließlich bekennt sie, dass sie Onegin noch immer liebt. Doch für das einst so nahe Glück ist es nun zu spät, und Tatjana lässt Onegin allein zurück.

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Produktionsteam

Robert Kružík Musikeinstudierung, dirigent
Jakub Klecker Dirigent
Martin Glaser Regisseur
Pavel Borák Bühne
Martin Špetlík Lichtdesign
Martin Pacek Choreografie
Pavel Koňárek Chorleiter
Patricie Částková Dramaturgie

Besetzung

Wann spielen wir?

Fotogalerie