Die letzte Opernpremiere in Brno: Furchtbar menschliche Bekommenheit und ein Abend für Jana Šrejma Kačírková

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Letztmals in dieser Saison ist die Inszenierung am 25. und am 26. Juni jeweils um 19 Uhr zu erleben.

Die letzte Opernpremiere in Brno: Furchtbar menschliche Bekommenheit und ein Abend für Jana Šrejma Kačírková – so lautet der Titel des ersten lobenden Kommentars  zur letzten Opernpremiere der Saison, der Inszenierung Drei Fragmente aus Juliette / Die menschliche Stimme aus der Feder von Regisseur David Radok und Dirigent Marko Ivanović. Die mitreißenden Leistungen aller Beteiligten wurden vom Publikum mit stehenden Ovationen belohnt.

Aus den Rezensionen:
Das  Nationaltheater Brno brachte eine mitreißende Inszenierung auf die Bühne, die man wohl nur vergessen kann, wenn man unter Gedächtnisverlust leidet.

Das zentrale Paar ist zwar in jedem einzelnen Moment von einem realen Interieur umgeben, doch ist dieses in der Lage, sich im Laufe der Zeit in Nuancen und in feinen Hell-dunkel-Details zu verwandeln  (Bühnenbild David Radok). In diesen Raum treten einige wenige episodische Figuren, die Martinů in den Fragmenten belassen hat, und verletzen mit eiskalter Selbstverständlichkeit den persönlichen Lebensraum der beiden. Wer ist hier verrückt? Juliette? Der Händler, der sich aufführt, als wäre er hier zu Hause? Oder etwa Sie?

Die menschliche Stimme wurde von Regisseur David Radok als kontinuierlicher, schmerzhafter, leidenschaftlicher, aber auch resignierter Monolog inszeniert, der bei einer Länge von 45 Minuten nicht für einen Moment in seiner dramatischen Spannung, seiner Intensität und seiner psychologischen Tiefe nachlässt.

Magnus Vigilius und Jana Šrejma Kačírková liefern in jedem Moment durch ihre Haltung, ihren Blick  und auch durch  ihre Stimme den absoluten Inhalt. Sie zeigen eine Leistung, die sich nur schwer analysieren und auf die einzelnen Komponenten der Opernkunst aufschlüsseln lässt, von der man jedoch sehr leicht überwältigt wird. Gesanglich sind beide absolut souverän. Dies gilt uneingeschränkt auch für Roman Hoza, der noch nie eine so gefährliche Eisigkeit um sich verbreitet hat (wer hätte dies von einem Andenkenhändler erwartet?), perfekt waren auch Josef Škarka und Eva Novotná. Nicht zu vergessen auch das Orchester, das unter der bewundernswert präzisen und stringenten Leitung von Marko Ivanović dem gesamten musikalisch-dramatischen Erlebnis eine wunderbar farbige Grundlage verlieh.