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Igor Strawinsky: Le sacre du printemps / Carl Orff: Carmina Burana

Premiere am 15. 4. 2021, Janáček-Theater

Der Beginn des Frühlings ist seit jeher ein Anlass zum Feiern, und die damit verbundenen heidnischen Rituale aus längst vergangenen Zeiten dienten auch Künstlern immer wieder als Quelle der Inspiration. Als berühmtestes Werk zu diesem Thema darf Strawinskys Ballett Le sacre du printemps gelten, welches er für Djagilews Ballets Russes komponierte. Die Pariser Premiere von 1913 artete aufgrund der avantgardistischen Musik und der gewagten szenischen Darstellungen in einen Skandal aus, mit der Zeit jedoch wurde dieses mitreißende Werk zu einer festen Größe nicht nur im Repertoire von Ballettensembles, sondern auch auf Konzertbühnen.

Das Glücksrad der Fortuna dreht sich und zeigt abwechselnd die Worte „ich werde herrschen, ich herrsche, ich habe geherrscht, ich bin ohne Herrschaft“ – dies ist der zentrale Gedanke und die Struktur einer der bekanntesten Kantaten des 20. Jahrhunderts, der Carmina Burana des deutschen Komponisten Carla Orff. Zusammen mit den Werken Catulli Carmina und Trionfo di Afrodita bilden die Carmina Burana das Triptychon der Trionfi. Der Kantate liegt eine Anthologie mittelalterlicher Lieder und Dichtungen sehr unterschiedlichen Charakters zugrunde – satirische Gedichte, Liebeslieder, religiöse Gesänge, Sauflieder. Aus zweihundert Originaltexten in lateinischer, altfranzösischer, italienischer und deutscher Sprache, die im Kloster Benediktbeuern entdeckt wurden, wählte Carl Orff 24 Texte aus, die er in sechs Themenkomplexe unterteilte. Die Carmina Burana wurden 1937 mit großem Erfolg an der Frankfurter Oper uraufgeführt, nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten sie geradezu Kultstatus und erklangen nicht nur auf Konzertbühnen, sondern auch in zahllosen Filmen. Wie für Strawinsky war auch für Orff der Rhythmus das grundlegende musikalische Element, und mit einer enormen Besetzung – einem Orchester mit erweitertem Schlagzeug, einem gemischten Chor und einem Kinderchor – erreichte er wirklich eindrückliche Momente in einem Werk, wo sich, wie beim Drehen eines Glücksrads, Liebe, Trauer und Hoffnung abwechseln. Eröffnet und beendet wird das Werk von Auftritten der Fortuna als Herrscherin über die Welt. 

Wenn wir spielen

Donnerstag 15. 04. 2021 19.00
Oper
Igor Stravinskij,  Carl Orff

Janáček Theater