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Libussa - Lucie Hájková | Die Menschen der Janáček-Oper | 2. Teil

Ewige Götter dort über den Wolken, sehet gnädig auf dieses Land!

Zu Oper bin ich so gekommen, dass mir irgendjemand im Alter von vielleicht zehn Jahren sagte, dass ich eine schöne Stimme habe. Ich war damals in der Kunstschule, als sich in der achten Klasse die Frage stellte, wohin es denn als nächstes gehen soll. So habe ich beschlossen, die Aufnahmeprüfung in Gesang zu absolvieren, wenn ich schon so eine schöne Stimme habe. Natürlich habe ich nicht bestanden, aber es blieb fast keine Zeit mehr für irgendeine andere Mittelschule Es gab nur noch zwei Aufnahmetermine, und zwar für die Maschinenbaufachschule und für die Textilfachschule. Natürlich sagte mir meine Mutter, du wirst doch wohl nicht Maschinenbau machen, da sind doch nur Jungs. Also gehst du auf die Textilschule. Meine Mutter war gelernte Schneiderin, und so bin ich auf eine Schule gekommen, auf die ich eigentlich überhaupt nicht wollte. Ich dachte, dass ich sie nach einem Jahr wieder verlassen werde, aber dann bin ich doch bis zum Schluss geblieben und habe dort Abitur gemacht. Etwas habe ich dort durchaus gelernt, und ich war jetzt etwas älter, und ich denke, es war ein Vorteil, dass ich jetzt bereits das Abitur hatte, als ich dann aufs Konservatorium gegangen bin. Mit meinem Mann habe ich dieses Jahr im Februar unseren zwanzigsten Jahrestag gefeiert, aber kennen gelernt habe ich ihn gerade, als ich aufs Konservatorium kam. Er war wohl zwei oder drei Jahre über mir und bewegte sich in den Korridoren so souverän wie einer, der schon alles weiß. Ich war dagegen eine blutige Anfängerin, die überhaupt nichts wusste, sich überhaupt nicht auskannte und das eigentlich auch gar nicht machen wollte, aber eben eine schöne Stimme hatte. Und die erste Begegnung mit meinem Mann lief so ab, dass ich mit ihm ein Konzert singen sollte. Als ich davon erfahren habe, war ich ganz begeistert, hatte aber auch etwas Lampenfieber, denn das sollte mein erstes Konzert mit Orchester sein, bis dahin hatte ich nie mit Orchesterbegleitung gesungen. Er saß irgendwo auf dem Gang in einem Sessel, und ich kam ganz unerfahren und sagte: Hallo, ich bin Lucka, ich werde mit dir das Weihnachtskonzert singen. Und er hob so den Kopf und sagte: Ja und? Und das hat mich einfach so geärgert, und ich sagte „du aufgeblasener Typ“, und da hat er sich für mich zu interessieren begonnen. Wir haben zusammen zwei Kinder, und ein Haushalt von zwei Sängern mit zwei Kindern ist anspruchsvoll. Ich muss vor einem Auftritt rechtzeitig im Theater sein, damit ich genug Zeit habe, mich einzusingen. Natürlich ist das manchmal schwierig, vor allem, wenn man in eine andere Umgebung kommt, zum Beispiel bei einem Gastauftritt. Da kommt es auch vor, dass alle Solisten zusammen mit dem Chor in einem Umkleideraum sind. Also habe ich zur Stimmprobe auch schon Räume wie etwa die Wäscherei genutzt, wo die Wäsche gewaschen und getrocknet wurde und die Putzutensilien herumstanden. Am praktischsten und am häufigsten genutzt sind natürlich Toiletten oder Duschen, da habe ich es am allerliebsten, und da bin ich wohl die beste Sängerin überhaupt. 

Wenn wir spielen

Freitag 26. 10. 2018 19.0022.30
Oper
Bedřich Smetana
Ewige Götter dort über den Wolken, sehet gnädig auf dieses Land!
Výstaviště - pavilon P
Sonntag 28. 10. 2018 19.0022.30
Oper
Bedřich Smetana
Ewige Götter dort über den Wolken, sehet gnädig auf dieses Land!
Výstaviště - pavilon P
Dienstag 27. 11. 2018 19.0022.30
Oper
Bedřich Smetana
L
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