Saison 2017/2018

Michal Nejtek: Benimmregeln in einer modernen Gesellschaft Beziehungen werden von Regeln beherrscht! Geboren zu werden, ist unkompliziert. Das Sterben ist einfach. Zwischen diesen beiden Ereignissen zu leben, ist nicht zwingend unmöglich. Es reicht, sich einfach den Regeln anzupassen und ihren Empfehlungen zu folgen. Der französische Dramatiker Jean-Luc Lagarce hat 1994 ein Benimm-Handbuch aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bearbeitet. Das Stück ist als ein großer Auftritt aufgefasst, in welchem eine Schauspielerin ein Verzeichnis von Benimmregeln für grundlegende Lebenssituationen blumenreich erläutert und kommentiert – eine unendliche Reihe von Posten, deren Absurdität und Komik bald bemerkbar wird. Zwei renommierte Künstler der jungen Generation, der Komponist Michal Nejtek und der Regisseur Jiří Adámek, nahmen Lagarces Bühnenstück zur Grundlage einer neuen Oper, die eigens für das Ensemble der Janáček-Oper entstand. Bei einem absurden, „buñuelschen“
Details der Inszenierung

Uraufführung am 15. September 2017 in dem Theater Reduta.

Dirigent: Pavel Šnajdr
Regie: Jiří Adámek
Bühnenbild: Ivana Kanhäuserová
Kostüme: Adriana Černá

 

Gaetano Donizetti: Der Liebestrank Sich verlieben und den Verstand dabei nicht verlieren – das ist die wahre Kunst der Beziehungen. Donizetti gehörte zu der berühmten Dreiergruppe von Komponisten, deren Werke in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die italienischen Bühnen vollständig beherrschten und sich schrittweise in ganz Europa und auch in Übersee verbreiteten. Sein L'elisir d'amore, 1832 uraufgeführt in Mailand, gehört es allerdings dank Donizettis Musik seit der Uraufführung zu den populärsten Opern. Die bittersüße Geschichte des schüchternen Nemorino, der sich in die reiche Adina verliebt und ihre Gunst durch einen „Liebestrank“ gewinnen möchte, ist ein dankbares Werk für die Darsteller, denen der Komponist zahlreiche schöne Duette und Arien schrieb, darunter auch die berühmteste – Nemorinos Una furtiva lacrima.
Details der Inszenierung

Premiere am 20. Oktober 2017 im Mahen-Theater.

Dirigent: Ondrej Olos
Regie: Madgalena Švecová
Bühnenbild: Andrej Ďurík
Kostüme: Eva Jiřikovská

 

Charles Gounod: Margarethe Die Beziehung und den Gott gibt es nur für diejenigen, die an sie glauben. Die berühmteste Oper des französischen Komponisten Charles Gounod schöpft sein Thema aus einem nicht weniger berühmten Werk – aus Johann Wolfgang Goethes zweiteiligem Schauspiel, das auf einer deutschen Sage von einem Mann basiert, der seine Seele mit dem Teufel gegen Wissen und Macht eintauschte. Zur Hauptfigur wird hier Margarethe, die – anders als Faust – erlöst wird und der diabolischen Macht entkommt. Faust war Gounods erster großer Erfolg und begründete dessen internationalen Ruhm. Kein Wunder, denn der Komponist hatte es verstanden, ein beeindruckendes Bühnenstück zu schaffen. Jede Musiknummer war im 19. Jahrhundert ein Opernschlager: Margarethes Lied vom König in Thule, die Juwelenarie, Mephistopheles‘ Goldarie und Valentins Verabschiedung von Margarethe sowie die großen Chorauftritte.
Details der Inszenierung

Premiere am 16. Dezember 2017, BVV.

Dirigent: Marko Ivanović
Regie: Jiří Heřman
Bühnenbild: Pavel Svoboda
Kostüme: Lenka Polášková

 

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Pique Dame Die Spielsucht kommt den Beziehungen nicht zustatten! Drei, Sieben, Ass… drei Karten, die immer gewinnen. Ein Geheimnis, für dessen Erlangung der junge Zarenoffizier Hermann nicht nur seine Liebesbeziehung zur jungen Lisa opfert, sondern auch zum Mörder wird. Tschaikowskis vorletzte Oper entstand als Auftragsarbeit für das Mariinski-Theater in Petersburg, und so wie bei Eugen Onegin hielt sich der Komponist bei dem Sujet an das literarische Erbe von A. S. Puschkin. Tschaikowski arbeitete jedoch die Geschichte um und schrieb zu einigen Arien sogar selbst Texte. Obwohl er die Pique Dame innerhalb von nur 44 Tagen schuf, ist sie offensichtlich das Werk eines erfahrenen Opernkomponisten und Dramatikers. In die ursprüngliche romantische Liebesgeschichte mit ihrem mysteriösen Plot legte Tschaikowski eine meisterhafte psychologische Darstellung der Hauptfiguren mit zahlreichen dramatischen und lyrischen Musikpassagen.
Details der Inszenierung

Premiere am 17. Februar 2018, Mahen-Theater.

Dirigent: Robert Kružík
Regie: Martin Glaser
Bühnenbild: Pavel Borák
Kostüme: Markéta Oslzlá-Sládečková 

 

Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte Stellen Sie Ihre Beziehung nicht auf die Probe, Sie riskieren, dass Ihre Freundin ihre Liebe einem anderen schenkt! So machen es alle oder Die Schule der Liebenden“, so lautet der Titel der dritten Oper, die aus der künstlerischen Zusammenarbeit des Librettisten Lorenzo da Ponte und des Komponisten Mozart entstand. Die menschlichen Beziehungen sind nämlich nie schwarz-weiß, und in dieser Oper gilt dies umso mehr. Mozart knüpfte darin an seine vorherigen Werke Don Giovanni und Figaros Hochzeit an, die kaum zu klassifizieren sind – immer wieder schimmert in dem Drama ein schelmisches Lächeln durch, und hinter dem Lachen verbergen sich des Öfteren Tränen und Ärger. So ist es auch hier: Zwei Jünglinge, Ferrando und Guglielmo, angestiftet von dem skeptischen Don Alfonso, verkleiden sich als Fremde, um die Treue ihrer Verlobten auf die Probe zu stellen. Ehe jedoch das Stück zu Ende geht, verfangen sie sich selbst in dem Netz des falschen Spiels mit den Gefühlen.
Details der Inszenierung

Premiere am 18. Mai 2018 im Mahen-Theater.

Dirigent: Jakub Klecker
Regie: Anna Petrželková
Bühnenbild: Eva Jiřikovská
Kostüme: Hana Knotková