Saison 2018/2019

Bedřich Smetana
Libussa

Ewige Götter dort über den Wolken, sehet gnädig auf dieses Land!
Die Entstehung des unabhängigen tschechoslowakischen Staates gehört zu den wichtigsten Ereignissen der Geschichte dieses Landes. Der Kampf um die Eigenstaatlichkeit wurde zu einem integrierenden Bestandteil des künstlerischen Schaffens und ließ Werke entstehen, die zu einem dauerhaften Symbol der nationalen Kultur wurden. Ein solches Werk ist auch die feierliche Oper „Libuše“ von Bedřich Smetana, die den Mythos von der sagenhaften Fürstin der Tschechen darstellt. Smetanas Wunsch, dass sie an „besonders denkwürdigen Tagen“ erklang, und so geschah es auch. Die Aufführung von „Libuše“ war immer sowohl mit feierlichen Augenblicken als auch mit den schwersten Zeiten des tschechischen Volkes verbunden. Die Neuinszenierung entstand anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der tschechischen Eigenstaatlichkeit. Für ihre Darbietung wurde ein Ort gewählt, der aus der Brünner Geschichte nicht wegzudenken ist – das Brünner Messegelände, das seine Existenz und Entwicklung eben der unabhängigen tschechoslowakischen Republik verdankt.

Details der Inszenierung

Dirigent: Robert Kružík
Regie: Jiří Heřman
Bühnenbild: Tomáš Rusín
Kostüme: Zuzana Rusínová-Štefunková

Premiere am 7. September 2018 auf dem Brünner Messegelände, Pavillon P

 

Leoš Janáček
Das schlaue Füchslein

Die Natur hat einen Ring um mich gezogen, den ich nicht überschreiten kann; ich sitze in ihm und lerne das Leben zu lieben.
Wohl keine andere Oper ist so stark mit Brünn und seiner Umgebung verbunden wie Janáčeks „Schlaues Füchslein“. Jede Oper ist einzigartig, und nicht anders ist es bei dem „Füchslein“, wo sich die Welt der Menschen und die Welt der Tiere auf der Bühne vermischen. Die Oper ist lyrisch und melodisch, mit funkelndem Humor, warmherzig und nach Janáčeks Art auch etwas widerborstig. Sie fesselt mit ihrer Bodenständigkeit und der liebevollen Lebensphilosophie des ewigen Lebenskreislaufs.

Details der Inszenierung

Dirigent: Marko Ivanović
Regie: Jiří Heřman
Bühnenbild: Dragan Stojčevski
Kostüme: Alexandra Grusková
Choreographie: Jan Kodet

Premiere am 17. November 2018 im Janáček-Theater

 

Giuseppe Verdi
Don Carlos

Wichtiger als das eigentliche Schicksal ist, wie man das Schicksal annimmt.
Politische Intrigen, Religion und verbotene Liebe - so lässt sich „Don Carlos“, eines der größten Werke des italienischen Meisters Giuseppe Verdi, kurz zusammenfassen. Das Werk basiert auf Friedrich Schillers Bühnenstück, und für Verdi war es der Höhepunkt seines künstlerischen Strebens nach einem geschlossenen Drama von höchster Theaterqualität. Obwohl er sich – wie in allen seinen großen Werken – lose von historischen Ereignissen inspirieren ließ, bildet das historische Geschehen nur einen Rahmen. An erster Stelle stehen eine zeitlose Geschichte, psychologisch ausgearbeitete Charaktere und eine meisterhafte musikalische Darstellung ihrer tiefsten emotionalen Zustände.

Details der Inszenierung

Dirigent: Jaroslav Kyzlink
Regie: Martin Glaser
Bühnenbild: Pavel Borák
Kostüme: Markéta Sládečková

Premiere am 2. Februar 2019 im Janáček-Theater

 

Francis Poulenc / Bohuslav Martinů
Die menschliche Stimme / Drei Fragmente aus Juliette

Träume kommen vor dem Morgengrauen.
Nach dem erfolgreichen Abend mit zwei Einaktern Herzog Blaubarts Burg / Erwartung in der letzten Premiere der vorigen Saison präsentiert sich der Regisseur David Radok nun mit einem Projekt, das die Erforschung der wirklichen und vermeintlichen Beziehungen zwischen Mann und Frau fortsetzt, wo die Gegenwart mit einer realen sowie einer fiktiven Vergangenheit konfrontiert wird und die Figuren sich in einer Ideen- und Traumwelt bewegen. Die surrealistische Oper von Bohuslav Martinů „Juliette“ tendiert direkt zu einem solchen Konzept, und Poulencs Monodrama „Die menschliche Stimme“ nach einem Schauspiel von Jean Cocteau stellt eine absurde bis surreale Situation dar – das Telefongespräch einer Frau.

Details der Inszenierung

Dirigent: Marko Ivanović
Regie: David Radok
Bühnenbild: David Radok
Kostüme: Zuzana Ježková

In Zusammenarbeit mit der Oper Göteborg
Premiere am 14. Juni  2019 im Janáček-Theater