Saison 2019/20

Auf der Suche…

Das Wichtigste, was wir auf unserem Weg durchs Leben suchen, können wir nur in uns selbst finden – Liebe, Mitgefühl, Vergebung…  Sind wir dazu fähig oder nicht? Hiervon handeln die Opern der kommenden Saison 2019/20. Von der Suche nach der perfekten Liebe, nach der verlorenen Jugend, nach dem eigenen Gewissen, nach der Menschlichkeit…

 

Die Suche nach Liebe…

Jacques Offenbach
Hoffmanns Erzählungen

Je mehr wir lieben, desto mehr leiden wir – ist es wirklich das Schicksal der Künstler, von einer Frau zur anderen zu torkeln in der Hoffnung, die echte Liebe zu finden? Zumindest beim Dichter Hoffmann scheint dies der Fall zu sein. Jede schien auf den ersten Blick die Richtige zu sein, bis sich die Luftschlösser des Verliebten in Albträume verwandelten. Die reizende Olympia ist in Wirklichkeit eine mechanische Puppe, Antonia liebt über alles in der Welt die Musik, die für sie jedoch den Tod bedeutet, während Giulietta schließlich nur noch eine Verkörperung niederer Leidenschaften ist, hinter denen Tod und Verderbnis lauern. Oder entstammen alle drei Damen nur den bizarren Fantasien des Künstlers? Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach, inspiriert durch das Leben des Dichters und Komponisten E. T. A. Hoffmann und seine Geschichten, gehören nicht nur dank der herrlichen Musik, sondern auch durch die dargestellte pittoreske Welt, die jeden Regisseur herausfordern muss, zu den Evergreens des Operngenres. Belle nuit, ô nuit d'amour… 

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Dirigent: Ondrej Olos
Regie: SKUTR
Bühnenbild: Simona Rybáková
Kostüme: Jakub Kopecký

Premiere: am 20. September 2019 im Janáček-Theater

Die Suche nach der Jugend…

Richard Strauss
Der Rosenkavalier

Eine silberne Rose ist ein Zeichen der Liebe, doch was ist, wenn sich ein Mädchen Hals über Kopf nicht in ihren Absender, sondern in den bloßen Überbringer verliebt? Wenn sich das Autorenduo aus dem Komponisten Richard Strauss und dem Librettisten Hugo von Hofmannsthal auf den Boden der komischen Oper begibt, so ist klar, dass ein solches Werk weit mehr in sich bergen wird als nur humoristische Szenen aus dem Leben der Wiener Hautevolee des 18. Jahrhunderts, eingebettet in elegante Walzerrhythmen. Der Plot vom ungehobelten Baron Ochs, der die ebenso jugendliche wie betuchte Sophie ehelichen will, dient im Rosenkavalier nur als Ausgangspunkt für weitere bereits weniger komische, aber dafür umso menschlichere Themen. Die Sehnsucht nach ewiger Jugend und die Angst vor dem Altern, Untreue, Selbstlosigkeit in der Liebe – darum geht es in der neuen Inszenierung von Regisseur Jiří Heřman und Dirigent Robert Kružík, mit der eine von Strauss’ besten Opern nach fünfunddreißig Jahren wieder ins Repertoire des Brünner Ensembles zurückkehrt.

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Dirigent: Robert Kružík
Regie: Jiří Heřman
Bühnenbild: Tomáš Rusín
Kostüme: Zuzana Štefunková-Rusínová

Premiere: am 29. November 2019 im Janáček-Theater

Die Suche nach dem Gewissen…

Marko Ivanović
Monument

Das Jahr 2020 wird das Opernensemble mit der Weltpremiere eines weiteren Stückes einläuten, das direkt für die Brünner Bühne geschrieben wurde. Die Oper Monument stammt aus der Feder des herausragenden tschechischen Regisseurs David Radok, der hier erstmals auch das Libretto geschrieben hat, und des Komponisten und Dirigenten Marko Ivanović. Ihr Sujet fanden sie im Lebensschicksal des Bildhauers Otakar Švec, den die politischen Machthaber zusammen mit einer Reihe anderer Künstler zur Teilnahme am Wettbewerb für ein Stalin-Denkmal gezwungen hatten. Obgleich er sich durch den Entwurf eines nicht realisierbaren Monuments aus der Affäre ziehen wollte, ging Švec als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, um sich schließlich kurz vor der Enthüllung des fertiggestellten Denkmals das Leben zu nehmen. David Radok und Marko Ivanović schufen ein zeitloses Werk über moralische und künstlerische Dilemmata – denn wozu ist die Kunst, wenn sie nicht dem reinen Gewissen verpflichtet ist?

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Dirigent: Marko Ivanović
Regie: David Radok
Bühnenbild: David Radok
Kostüme: Zuzana Ježková

Premiere: am 7. Februar 2020 im Janáček-Theater

Die Suche nach Menschlichkeit….

Bohuslav Martinů
Griechische Passion

Wir sind Menschen, die von Menschen verfolgt werden. Flüchtlinge sind ein kontrovers diskutiertes Thema der Gegenwart, doch entgegen allem Anschein gibt es sie schon seit Anbeginn der menschlichen Existenz. Ihr Schicksal wurde auch in künstlerischen Werken reflektiert, und eine der größten humanistischen Botschaften hat uns der tschechische Komponist Bohuslav Martinů in seiner Oper Griechische Passion hinterlassen, die auf dem Roman Der wiedergekreuzigte Christus basiert. Die Ankunft einer Gruppe von Flüchtlingen in der Ortschaft Lykovrissi, wo man unter den Einwohnern gerade die Darsteller der Heiligen für ein Passionsspiel ausgewählt hat, markiert den Beginn einer Abfolge dramatischer Ereignisse, die für alle zu einer Prüfung ihres Glaubens und ihrer Menschlichkeit werden. Bei der neuen Inszenierung des Regisseurs Jiří Heřman wird erstmals Tomáš Netopil, einer der führenden tschechischen Dirigenten der Gegenwart, an der Brünner Opernbühne zu erleben sein. 

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Dirigent: Tomáš Netopil
Regie: Jiří Heřman
Bühnenbild: Dragan Stojčevski
Kostüme: Alexandra Grusková

Premiere: am 9. April 2020 im Janáček-Theater 

Gesucht wird… Ferdy, die Ameise – Arbeiten jeder Art!

Evžen Zámečník
Ferdy, die Ameise

Zum Abschluss der Saison ist Heiterkeit angesagt, und so werden wir eine Oper für Kinder auf die Bühne bringen, in der es gerade darum geht, wie man eine Oper macht. Bester Ratgeber ist dabei sicher Ferdy, der alles weiß und alles kann – von der Reparatur eines Fernsehers bis zum Zähmen eines Heupferds. Die Kinderoper des Brünner Komponisten Evžen Zámečník schöpft ihre Inspiration aus Ondřej Sekoras beliebten Erzählungen aus dem Reich der Käfer und Insekten und erlebte 1971 am Janáček-Theater ihre erfolgreiche Uraufführung. Diesmal wird das jugendliche Publikum durch den Regisseur und Kinderbuchautor Arnošt Goldflam in die Welt der Oper eingeführt. Auch er beteiligt sich zum ersten Mal an einer Oper, doch Ferdy wird bestimmt allen mit Rat und Tat zur Seite stehen!

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Dirigent:  Jakub Klecker
Regie: Arnošt Goldflam
Bühnenbild: Jaroslav Milfajt
Kostüme: Petra Goldflamová-Štětinová

Premiere: am 12. Juni 2020 im Janáček-Theater