Geschichte Janáček Theatre

- Theater -  repräsentative Opern- und Ballett

War bei seiner Eröffnung größtes und technisch am bestes ausgestattetes Theater der damaligen Tschechoslowakei. Seinem Bau gingen fast achtzig Jahre Vorbereitung voraus – schon in den 80. Jahren des 19. Jahrhunderts bemühte sich der Verband des tschechischen Nationaltheaters in Brno (gegr. 1881) um Mittel zur Realisierung eines eigenen, repräsentativen Theatergebäudes, welches der Bedeutung und der Aufgabe des Brünner tschechischen Theaters entsprechen würde, da das Theater in der Straße Veveři, wo das Nationaltheater ab 1884 wirkte, von Anfang an als Provisorium angesehen wurde. Die Mittel für den Bau des neuen Theaters wurden in Sammlungen, auf Märkten, durch Sachlotterien zusammengetragen und in den Jahren 1910–1958 fanden insgesamt sieben Architekturwettbewerbe statt, aus denen der Entwurf für das neue Gebäude hervorgehen sollte. Die Umsetzung des Baus unterbrachen aber der Weltkrieg und nachfolgend die Notwendigkeit, bestehende Gebäude zu rekonstruieren und andere Komplikationen. Deshalb wurde das repräsentative Opern- und Ballett- Theater erst in den Jahren 1960–65 realisiert. Mit den Planungsarbeiten wurde das Atelier Stavoprojekt Brno unter der Leitung von Architekt Otakar Oplatka beauftragt. Definitive Version der architektonischen und baulichen Lösung wurde der ursprüngliche Entwurf, an dem Vilém Zavřel, Jan Víšek und Libuše Žáčková–Pokorová und im Jahre 1963 die Architekten Ivan Ruller und Boleslav Písařík zusammenarbeiteten. Bestandteil der Bauarbeiten war auch die Gestaltung der Gebäudeumgebung, vor allem die Terrasse und die Erholungszone mit Wasserfläche und Fontäne. In den 60. und 70. Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Gebäudearchitektur durch markante bildhauerische Arbeiten abgerundet, deren Schwerpunkt in das Exterieur verschoben wurde: die Plastik der Gebrüder Mrštík von Stanislav Hanzík nach Modell von Vincenc Makovský, die Steinskulptur des mährischen Adlers von Olbram Zoubek, das Bronzedenkmal Leoš Janáček von Stanislav Hanzl und die Verzierung der Balkons am Hauptgiebel von Eva Zoubková–Kmentová und Olbram Zoubek. Im Theater wurden dann eine Büste von Leoš Janáček von Miloš Axman und der Gobelin Schlaues Füchslein von Alois Fišárek installiert. Im Jahre 2003 wurde im Foyer die Büste des international anerkannten Tänzer und Choreografen Ivo Váňa Psota, ein Werk von Nikos Armutidis, enthüllt.

The main entrance

Die technischen Möglichkeiten und das architektonische Konzept prädestinierten das Theater zur Aufführung großer Opern- und Ballettinszenierungen und es wurde unmittelbar nach Fertigstellung zum dauerhaften Sitz der Oper des NDB. Es wurde am 2. Oktober 1965 mit der feierlichen Vorstellung der neu einstudierten Oper Das schlaue Füchslein von Leoš Janáček, in Regie von Miloš Wasserbauer unter der Leitung von František Jílek, dem ausgezeichneten Janáček–Dirigent und Propagator des Werks von Janáček, eröffnet. Erstes Ballett im neu eröffneten Theater war am 8. Oktober 1965 die Premiere von Strawinskys Petruschka und Ravels Dafnis und Chloe in der Choreografie von Miroslav Kůra und unter der Leitung von Václav Nosek.

Auditorium