Ray Chenez

Der amerikanische Countertenor Ray Chenez definiert sein Fach neu, mit einer Stimme, die eine seltene Kombination aus Schönheit, Kraft und Flexibilität besitzt. Er ist in der Lage, eine für einen Countertenor ungewohnte Bandbreite an Repertoire zu singen, und zieht das Publikum mit seiner Verkörperung von Männer- und Frauenrollen in seinen Bann.

Die Zeitschrift Opera News bezeichnete ihn als einen der aufstrebenden Opernstars der nächsten Generation und schrieb: „Ray Chenez‘ Countertenor ist kühn und durchsetzungsfähig, aber auch warm und luxuriös. Er hat eine natürliche elektrische Präsenz, und seine Diktion ist präzise, egal wie hoch er singt.“ Er wurde 2014 mit dem George London Award ausgezeichnet und von der New York Times als „Luxusbesetzung“ bezeichnet, von Opera News als „exzellente Verbindung zum Text, hervorragende Stimmkontrolle und makellose Diktion“ und von Opera Britannia als „dramatische Sopranstimme, die vor Potenzial strotzt“.

In der komplizierten Covid-19-Saison 2020-21 gelang es ihm, zwei Produktionen mit Live-Publikum aufzuführen! – als Berta in einer bahnbrechenden Produktion von Rossinis Il Barbiere di Siviglia mit dem Opéra Orchestre National Montpellier und als Ormondo in der seltenen Oper Argenore von Wilhelmine von Bayreuth am Theater Münster. Zum Abschluss der Saison kehrte er in seine Heimat USA zurück, um zwei Rollen an der Santa Fe Opera zu singen – die Titelrolle in der Uraufführung der Oper Lord of Cries von John Corigliano und Mark Adamo sowie den Oberon in Brittens A Midsummer Night’s Dream.

In der Spielzeit 2019-20 debütierte er an der Opéra Comique in Paris in Cavallis Ercole Amante als Il Paggio; gab sein Rollendebüt als Piacere in Händels Il Trionfo del Tempo e del Disinganno mit Concerto Köln; kehrte an die Opéra National de Bordeaux als Engel in Anton Rubinsteins Der Dämon zurück, die auch am Staatstheater Nürnberg geplant war (wegen Covid-19 abgesagt); kehrte an das Deutsche Nationaltheater Weimar als Kalden/Ty in der Uraufführung der Oper Der Kreis von Ludger Vollmer zurück; und gab sein Solokonzertdebüt in Halle (DE). Sein Solokonzert in Ankara (TR) wurde leider aufgrund von Covid-19 abgesagt.

Zu den weiblichen Rollen zählen Irina in Drei Schwestern von Peter Eötvos (Oper Frankfurt – 2018), die Hexe von Endor in Händels Saul (Theater an der Wien – 2018), Nutrice/Amore in Luigi Rossis Orfeo (Nancy, Bordeaux, Caen, Versailles – 2016/2017) und Marzia in Vincis Catone in Utica (Versailles, Wiesbaden, Bergen, Wien, Bukarest 2014/2015).

Zu den Männerrollen gehören die Titelrolle in Händels Oreste (Händel Festspiele Halle – 2018), Farinellis Rolle Sifare in Porporas Mitridate (Schwetzingen/Theater Heidelberg – 2017), Nerone in Monteverdis L’Incoronazione di Poppea (Theater Bielefeld, Theater Aachen – 2017), Medarse in Hasses Siroe (Markgräfliches Opernhaus Bayreuth – 2018), Teseo in Porporas Arianna in Nasso (Theater an der Wien – 2017); Olinto in Hasses Demetrio (Cadogan Hall, London – 2016), Cherubino in Le nozze di Figaro (Pacific Opera Victoria – 2014, Nickel City Opera – 2015); Achille in Luigi Cherubinis Ifigenia in Aulide (Theater Würzburg – 2016); Narciso in Agrippina (Händel Festspiele Halle – 2019) und Hunahpú in Purcells The Indian Queen (Genève, Köln, Bremen, Dortmund – 2016)

Zu seinen Konzertauftritten zählen die Carnegie Hall, der Wiener Musikverein, das Arkansas Symphony Orchestra, die Kölner Philharmonie, das Konzerthaus Dortmund, die Royal Festival Hall und andere. Er arbeitet regelmäßig mit den besten Dirigenten der Welt zusammen, darunter Christophe Rousset, Teodor Currentzis, Gianluca Capuano, Leonardo Allarcon, Raphaël Pichon, Laurence Cummings und Dennis Russel Davies.

Ray Chenez ist auf der Naxos-DVD von Cavallis Ercole Amante, der Harmonia Mundi-DVD des Orfeo von Luigi Rossi und auf der CD der Drei Schwestern von Peter Eötvos aus der Oper Frankfurt bei Oehms Classics zu sehen und zu hören.

Mehr anzeigen

Repertoire in NdB