Bedřich Smetana

Libussa

Janáček Theater / Oper Termine und Tickets

Einstudierung im tschechischen Original mit tschechischen und englischen Untertiteln.

Ewige Götter dort über den Wolken, sehet gnädig auf dieses Land!

Die Entstehung des unabhängigen tschechoslowakischen Staates gehört zu den wichtigsten Ereignissen der Geschichte dieses Landes. Das gesamte 19. Jahrhundert hindurch waren die Bemühungen der tschechischen Patrioten und Politiker darauf gerichtet gewesen, bevor im Herbst 1918 das Streben von Erfolg gekrönt wurde und eine neue Ära des tschechischen Volkes begann. Der Kampf um die Eigenstaatlichkeit wurde zu einem integrierenden Bestandteil des künstlerischen Schaffens und ließ Werke entstehen, die zu einem dauerhaften Symbol der nationalen Kultur wurden. Ein solches Werk ist auch die feierliche Oper „Libuše“ von Bedřich Smetana, die den Mythos von der sagenhaften Fürstin der Tschechen darstellt. Die Oper, die ihren Höhepunkt in der prächtigen Prophezeiung der Zukunft des tschechischen Volkes findet, wurde 1881 bei der Eröffnung des Prager Nationaltheaters uraufgeführt. Es war Smetanas Wunsch, dass sie an „besonders denkwürdigen Tagen“ erklang, und so geschah es auch. Die Aufführung von „Libuše“ war immer sowohl mit feierlichen Augenblicken als auch mit den schwersten Zeiten des tschechischen Volkes verbunden. Die Neuinszenierung entstand anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der tschechischen Eigenstaatlichkeit. Für ihre Darbietung wurde ein Ort gewählt, der aus der Brünner Geschichte nicht wegzudenken ist – das Brünner Messegelände, das seine Existenz und Entwicklung eben der unabhängigen tschechoslowakischen Republik verdankt.

Premiere am 7. September 2018 auf dem Brünner Messegelände, Pavillon P 

 

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Inhalt der Oper

Im Oktober 1918 erfüllte sich die Sehnsucht der tschechischen Nation nach einem selbständigen Staat. Im Nationaltheater findet eine Festvorstellung für den ersten tschechoslowakischen  Präsidenten T. G. Masaryk statt. Zusammen mit ihm treten auch all jene auf, die ihm in der Funktion des Staatsoberhaupts später nachfolgen sollten. Ebenso wie die Amtszeit eines jeden von ihnen durch unterschiedliche Ereignisse und Voraussetzungen geprägt war, hat jeder der anwesenden Präsidenten seine eigene Einstellung zu der Geschichte von den Anfängen der tschechischen Nation, die sich vor seinen Augen abspielt.

1. Akt
Der Nation der Tschechen droht die Spaltung. Die Brüder Chrudoš und Šťáhlav streiten sich über das Erbe ihres verstorbenen Vaters, ihr Konflikt droht in einem Kampf zu enden. Ihre Schwester Radmila bittet daher die Fürstin Libusa, den Rat einzuberufen und im Streit zwischen  den Brüdern ein Urteil zu fällen. Šťáhlav und Chrudoš kommen in Begleitung ihres Onkels Lutobor auf die Burg Vyšehrad, wo sich der Ältestenrat versammelt hat. Der heißblütige Chrudoš besteht darauf, dass er nach dem Recht der benachbarten Deutschen der alleinige Erbe sei. Šťáhlav dagegen ist bereit, sich dem Urteil Libusas und des Rates zu unterwerfen, ganz gleich, wie dieses ausfallen wird. Nach Libusas Urteil sollen die Brüder gemeinsam über die Güter herrschen, so wie es unter den Böhmen üblich ist. Der erzürnte Chrudoš lehnt das Urteil ebenso wie die Herrschaft einer Frau ab, da er sie für zu schwach hält. Die unter Zugzwang gesetzte Libusa entscheidet sich, den Thron einem Mann zu überlassen, und bittet die Ratsmitglieder, jenen zu bestimmen, der ihr Gemahl und damit der Herrscher werden soll. Die Ratsherren jedoch bestehen darauf, dass sie selbst die Wahl treffen müsse. Libusa wählt als Gemahl Přemysl von Staditz und sendet Radovan, diesem die freudige Botschaft zu verkünden.

2. Akt
Am Grab des Vaters der beiden zerstrittenen Brüder erscheinen Lutobor mit seiner Tochter Krasava, Radmila und Šťáhlav. Krasava gesteht ihrem Vater, dass hinter dem Brüderzwist mehr als nur die Erbschaft steht. Sie liebt Chrudoš, der sie jedoch zunächst abgewiesen hat; als auch er endlich Gefühle zeigte, schleuderte ihm die beleidigte Krasava entgegen, dass sie seinen Bruder Šťáhlav liebe. Jetzt bittet sie ihren Vater um Vergebung, der ihr diese jedoch nur gewähren will, wenn sie sich mit Chrudoš versöhnt und ihn dazu bringt, sich Libusas Urteil zu unterwerfen. Als Chrudoš erscheint, ist er von Krasavas Anwesenheit überrascht und will wieder gehen. Krasava jedoch gesteht ihm ihre Liebe, und Chrudoš, der sie ebenfalls liebt, versöhnt sich wieder mit ihr.

In Staditz ist der heitere Gesang der Schnitter zu hören, Přemysl träumt von Libusa. Er hegt tiefe Gefühle für sie, wagt jedoch nicht zu hoffen, dass Libusa sie je erwidern könnte. Aus seinen Gedanken wird er durch den Lärm einer herannahenden Abordnung gerissen, an deren Spitze Libusas Schimmel zu sehen ist. Radovan verkündet ihm, dass er zum Gemahl Libusas und zum Herrscher über die tschechische Nation auserkoren wurde. Přemysl verabschiedet sich von den Seinen und macht sich auf zur Burg Vyšehrad.

3. Akt
Libusa ist voller Vorfreude auf die Ankunft Přemysls. Nur Chrudoš versucht erneut Streit zu stiften, wird jedoch durch Krasava beruhigt. Přemysl trifft ein und wird vom Volk begrüßt. Er verspricht, ein guter Herrscher zu sein, äußert jedoch eine einzige Bedingung – dass Chrudoš sich bei Libusa entschuldigen möge. Der stolze Chrudoš lehnt dies zunächst ab, doch schließlich gibt er nach, womit der Konflikt beigelegt ist. Der feierliche Augenblick findet seinen Höhepunkt in einer Weissagung Libusas über die Zukunft der tschechischen Nation. Vor den Augen der Fürstin erscheinen Momente des Ruhmes, aber auch schwerer Prüfungen, doch sie verspricht, dass die tschechische Nation diese alle bestehen werde.

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Produktionsteam

Josef Wenzig Libretto
Robert Kružík Musikeinstudierung, dirigent
Jiří Heřman Regisseur
Daniel Tesař Lichtdesign
Patricie Částková Dramaturgie
Pavel Koňárek Chorleiter
Kateřina Nováčková Bewegung Zusammenarbeit
Tomáš Hrůza Videoprojektion

Besetzung

Wann spielen wir?

Fotogalerie