Leoš Janáček

Das schlaue Füchslein

Janáček Theater / Oper Termine und Tickets

Einstudierung im tschechischen Original mit tschechischen und englischen Untertiteln.

Die Natur hat einen Ring um mich gezogen, den ich nicht überschreiten kann; ich sitze in ihm und lerne das Leben zu lieben.

Wohl keine andere Oper ist so stark mit Brünn und seiner Umgebung verbunden wie Janáčeks „Schlaues Füchslein“. Aus diesem Grund soll das Opernensemble des Nationaltheaters Brünn mit seiner Neuinszenierung den sechsten Jahrgang des Janáček-Festivals feierlich eröffnen. Damit wird einer der führenden tschechischen Regisseure, Jiří Heřman, zum ersten Mal Janáčeks Opernwelt betreten. Jede Oper ist einzigartig, und nicht anders ist es bei dem „Füchslein“, wo sich die Welt der Menschen und die Welt der Tiere auf der Bühne vermischen. Die Oper ist lyrisch und melodisch, mit funkelndem Humor, warmherzig und nach Janáčeks Art auch etwas widerborstig. Sie fesselt mit ihrer Bodenständigkeit und der liebevollen Lebensphilosophie des ewigen Lebenskreislaufs. Am Anfang der Geschichte von der schlauen Füchsin stand die Entscheidung der Brünner Redaktion der Zeitung „Lidové noviny“, ihren Lesern Zeichnungen mit humorvollen Untertiteln zu bieten. Janáčeks Haushalt gehörte zu den Abonnenten dieser Zeitung, und so wurde der Komponist auf die gezeichneten Geschichten aufmerksam. Von den ursprünglichen Kapiteln der Serie wählte er allerdings nur zehn aus. Těsnohlídeks Erzählung endet mit der Hochzeit von Bystrouška und Zlatohřbítek. Janáček beschloss jedoch eine einschneidende Änderung gegenüber der Vorlage und ließ die Hauptfigur sterben, da er als echter Dramatiker das Bedürfnis nach Katharsis verspürte.

 

Premiere am 17. November 2018 im Janáček-Theater

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Inhalt der Oper:
Es ist ein Märchen oder… waren wir wirklich einmal so jung? Die schwirrenden Flügel der Libelle hinter dem Fenster gemahnen an den unerbittlichen Lauf der Zeit, und doch wird es hier eine neue Libelle geben, mehrere Generationen in einem einzigen warmen Sommer. Ein rotblondes Mädchen öffnet das Fenster, und die Libelle fliegt ins Zimmer… als würde der Wald eintreten und mit ihm auch die Erinnerungen des Försters an sein Leben.

Der Förster ist im Wald eingeschlummert. Kein Wunder, denn das warme Moos lockt zu einer Rast, und der Alten wird man zu Hause erzählen, dass man Dieben aufgelauert hat. Die Fuchsjungen haben sich aufgemacht, den Wald zu erkunden, was gibt es hier alles für wunderliche Dinge zu entdecken. Etwa den grünen Frosch, der den schlafenden Förster aufweckt. Das kleine Füchslein schaut neugierig zu und ist dabei nur zu leicht zu fangen. Zu spät ruft es seiner Mama, der Förster nimmt es mit, damit seine Kinder und er selbst etwas zu lachen haben.

Aus dem Füchslein ist der Fuchs Schlaukopf geworden. Er lebt auf dem Hof zusammen mit dem Dackel Lapák, einem Schwarm Hühner und dem Hahn. Es ist Frühling, und Lapák träumt vergebens von der Liebe. Auch Schlaukopf hat keine Erfahrungen, erinnert sich aber noch, was im Starennest über ihrem Bau so vor sich ging. Der Förstersohn Pepík gibt gegenüber Frantík mit seinem Fuchs an, aber das Necken mit Stöckchen endet mit einem ordentlichen Biss in die Wade. Ein Fuchs ist schließlich kein Hund. Die Försterin macht eine Szene, und der Fuchs muss angebunden werden. Die Hühner freuen sich, denn er hat sie gern über den Hof gejagt, aber jetzt hat er Pech. Der Fuchs hält vergeblich eine aufrührerische Rede, in der er die Hühner anstachelt, sich der Herrschaft des Hahnes zu entledigen. Als dies keine Wirkung hat, stellt er sich tot. Auf das Drängen der Hennen geht der Hahn nachsehen, ob es wirklich um den Fuchs geschehen ist. Doch nur ein Biss, und der Kopf des Hahns endet im Rachen des Fuchses. Aber Schlaukopf gibt sich nicht mit dem Hahn zufrieden und stürzt sich auch auf die Hühner. Die Försterin, vom Lärm auf dem Hof aufgeschreckt, fällt fast in Ohnmacht. „Alter, erschieß ihn!“ schreit sie, aber der Fuchs ist schneller, und schon sieht man seine rote Rute im Wald entschwinden.

Zwischen den Bäumen erwartet Schlaukopf die ersehnte Freiheit, aber man braucht auch ein Dach über dem Kopf. Schlaukopf vertreibt ohne zu zögern den alten, griesgrämigen Dachs aus seinem Bau – sehr zum Amüsement der übrigen Waldbewohner.

In Páseks Gaststube hat sich die übliche Gesellschaft eingefunden – der Förster, der mürrische Pfarrer und der Schulmeister, der seufzend von seiner heimlichen Liebe träumt. Der Förster neckt ihn mit einem Spottlied von der Jungfrau, welcher der Schulmeister schon seit Jahren seine Liebe nicht zu gestehen traut, doch erntet er damit die bissige Frage, was denn aus dem Fuchs geworden sei, den er mit nach Hause genommen. „Er ist abgehauen, und ich werde ihn nicht suchen gehen“, brummt er wütend. Der sturzbetrunkene Schulmeister erhebt sich zum Aufbruch, und der Pfarrer tut es ihm gleich. Er muss seine Sachen packen, denn er zieht in einen anderen Pfarrsprengel um, und die neuen Mieter warten schon. Der Förster hätte gern noch eine Weile im Kreise seiner alten Freunde verbracht, doch gelingt es ihm nicht, sie zum Bleiben zu überreden. So macht denn auch er sich auf den Heimweg durch den Wald.

Der betrunkene Schulmeister torkelt nach Hause und denkt an seine ersehnte Terynka. „Wartet, ich liebe euch!“ stolpert er einem Trugbild hinterher. Der Pfarrer hat auch tüchtig einen in der Krone, und in seinem Geiste steigt das Unrecht auf, das seine einstige Liebe an ihm verübt hat – sie war schön, mit hellen Augen, aber umso schlimmer war ihr Verrat. Beide nicken in der Stille des Waldes ein.  Auch der Förster taumelt durch den Wald und zieht die Flinte, als er einen Fuchs erblickt. Das Einzige jedoch, was er beinahe trifft, ist der zu Tode erschrockene Schulmeister, der vor seiner Flinte davonrennt.

Auf der Lichtung, wo sich Schlaukopf nachts herumtreibt, erscheint der Fuchsrüde Goldrücken – ein schöner Jüngling, von dem Schlaukopf nur schwer die Augen lassen kann. Schüchtern schließen sie Bekanntschaft, und Schlaukopf erzählt von der Kindheit im Forsthaus. „Die darf ich mir nicht ausspannen lassen“, beschließt der Rüde. Er verschwindet, kommt aber schon bald mit einem Kaninchen als Geschenk zurück. Schlaukopf geniert sich zunächst, lässt sich dann aber von Goldrückens aufrichtiger Liebeserklärung überzeugen.

Im Wald gibt es einen neuen Skandal! Schlaukopf und Goldrücken – und sie sind nicht einmal richtig verheiratet! Der Eule fallen bald die Augen aus dem Kopf, als sie es allen weitererzählt. Unterdessen vertraut Schlaukopf Goldrücken an, dass ihre Liebe nicht ohne Folgen geblieben ist. Was bleibt ihnen also übrig, als direkt zum Pfarrer zu gehen? Der Specht traut Schlaukopf und Goldrücken, und der ganze Wald feiert ihre Hochzeit.

Der Sommer ist unter den Farben des Herbstes entschwunden und der wiederum unter der winterlichen Schneedecke. Doch bevor man sich’s versieht, ist schon der nächste Frühling da, dann der Sommer und wieder der Herbst. Der Förster trifft im Wald auf Harašta. Geht er wirklich nur auf den Markt, um Hühner zu kaufen, oder wildert er schon wieder? Harašta beteuert seine Unschuld, doch falls es der Herr Förster nicht bemerkt haben sollte, so liege dort am Wegrand ein toter Hase. Der Förster erinnert sich an Schlaukopf und stellt eine Falle auf. Die Fuchsfamilie ist unterdessen prächtig gewachsen, und die Eltern haben nicht wenig zu tun, die neugierige Schar beisammen zu halten. Auch Schlaukopf ist der tote Hase nicht entgangen – und ebenso wenig die aufgestellte Falle. Harašta hat einen Fuchsschweif erblickt. Er wird bald heiraten, und so ein Pelzmuff wäre ein schönes Geschenk für seine Auserwählte. Harašta packt einen Knüppel und stellt dem Fuchs nach, doch geraten ihm die Waldtiere zwischen die Beine, und er endet mit einer angeschlagenen Nase. Schlaukopf und die Fuchskinder plündern unterdessen den Rucksack mit dem Geflügel. Der verletzte Harašta erschießt den Fuchs.

In der Gaststube ist die Stimmung gedrückt, Pásek ist nach Brünn gefahren, und Pásková tüncht und hat keine Zeit für Plaudereien mit den Gästen. Der Pfarrer fehlt, und dem Schulmeister ist nicht nach Reden zumute, denn heute heiratet seine heimliche Liebe. Die Gäste brechen früh auf, und der Förster macht sich auf den Weg durch den Wald nach Hause. Alles erinnert ihn an seine Jugendjahre und an den Tag seiner Hochzeit. Wie ist das alles lange her… ein kleiner Fuchs schmiegt sich neugierig an den Förster, seiner Mama zum Verwechseln ähnlich. Die Zeit fliegt dahin – „das bin nicht ich, das war der Großpapa“, hört man den Frosch. Als würde das Leben für eine Sekunde stillstehen, als wäre eine Sekunde das ganze Leben. Der Kreis schließt sich, und doch geht es weiter…

opera vision

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Produktionsteam

Leoš Janáček Libretto
Marko Ivanović Musikeinstudierung, dirigent
Robert Kružík Dirigent
Jiří Heřman Regisseur
Daniel Tesař Lichtdesign
Valeria Maťašová Chorleiter
Patricie Částková Dramaturgie

Besetzung

Wann spielen wir?

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