Bedřich Smetana
Die Teufelswand
Wer würde sich nicht nach der wahren Liebe sehnen? Auch der ältliche Herr Vok von Rosenberg macht da keine Ausnahme, doch bislang hat er sie vergeblich gesucht. Dafür hat sein Ritter Jarek seine Herzdame Katuška, allerdings hat er geschworen, nicht zu heiraten, bevor er auch für seinen Herrn eine Braut gefunden hat. Dem Einsiedler Beneš wiederum ist sehr daran gelegen, dass Herr Vok sein Vermögen der Kirche vermacht, und so erliegt er gar der Versuchung des Teufels höchstpersönlich… Denn auch die besten Absichten bringen uns bisweilen an den Punkt, wo wir zwischen Gut und Böse wählen müssen!
Bedřich Smetana und die Librettistin Eliška Krásnohorská dachten ursprünglich an eine komische Oper. Schließlich fand der Komponist während der Arbeit an seiner letzten vollendeten Oper in dem romantischen Text, der auf einer alten Sage von einer durch den Teufel beim Hohenfurther Kloster im Fluss errichtete Steinmauer basierte, Momente, die der gesamten Handlung eine andere Aussage gabenohenfurther KlosterH Hh. Smetanas Isoliertheit in Jabkenice, sein schlechter Gesundheitszustand und seine Depressionen fanden ihren Niederschlag in den einzelnen Figuren, und die Komik wurde ersetzt durch die Tiefe ihrer Gefühle. Auch der Humor verschwand nicht, doch verbindet er sich mit der Sehnsucht nach Liebe, mit Lebensweisheit, Melancholie und auch mit der teuflischen Versuchung, um schließlich in eine Zelebration der Liebe, Treue und Aufopferung zu münden. Musikalisch eilte Bedřich Smetana in der Teufelswand seiner Zeit voraus, denn obgleich die Oper im Jahr 1882 uraufgeführt wurde, verweist sie durch ihren Stil doch eindeutig auf das 20. Jahrhundert. Ihr Libretto, das sich zwischen Realität und Fantasie bewegt, stellt eine Herausforderung für die Inszenatoren dar, weshalb dieses Werk nur selten aufgeführt wird. Umso schöner ist es daher, dass die Oper nach nahezu fünfzig Jahren auf die Bühne des Janáček-Theaters zurückkehrt, wo sie in der Einstudierung des neuen Chefdirigenten Robert Kružík und mit Stars wie Kateřina Kněžíková, Romana Kružíková, Jiří Brückler, Roman Hoza oder Jan Šťáva erlebt werden kann.
Premiere: am 6. Februar 2026 im Janáček-Theater
Einstudiert im tschechischen Original mit tschechischen, englischen und deutschen Untertiteln.
Die Oper ist 3 Stunden lang und hat 2 Pausen.
Inhalt der Oper
Südböhmen ist das Land der Herren von Rosenberg, auf Schritt und Tritt erinnern hier Geschichtsdenkmäler an dieses Geschlecht. Dennoch wissen wir nur wenig über die ersten Vertreter dieser Adelsfamilie. Von Václav Březans Chronik der Rosenberger sind nur die letzen zwei Teile erhalten geblieben, die ersten sind auf alle Zeiten verloren. Oder etwa doch nicht? Was ist, wenn sie jemand versteckt haben sollte, etwa im Hohenfurther Kloster…
1. Akt
Ein ganz gewöhnlicher Tag im Kloster – jedenfalls bis zu dem Moment, als ein Mönch unter einem lockeren Stein ein altes Buch entdeckt. Neugierig öffnet er den Band, und in der Kirche erwachen jene zum Leben, die einst an ihrer Gründung beteiligt waren – und aus der Sage wissen wir, dass damals auch Teufel dabei waren! Der Burgvogt Michálek macht sich Sorgen, wo der Ritter Jarek abgeblieben ist, den man aussandte, um die Eheschließung seines Herrn Vok mit der Witwe Mandaléna auszuhandeln. Doch Jarek kommt mit einer schlechten Nachricht zurück und schwört in seiner Verbitterung, dass auch er nicht heiraten werde, solange sich Vok nicht verlobt. Eine etwaige Eheschließung Voks ist auch dem Einsiedler Beneš nicht gleichgültig, dieser jedoch hat es auf die Stelle des Abtes im neu gegründeten Kloster abgesehen und war deshalb heimlich bei der Witwe zu Besuch, um ihr die Heirat mit Vok auszureden. Jetzt verfolgt ihn sein schwarzes Gewissen in Gestalt des Teufels Rarach. Auf Jarek wartet auch seine Liebste Katuška. Er kommt und versichert ihr seine Liebe, doch Beneš erinnert ihn an seinen Schwur. Der Schlossherr Vok erscheint mit seinem Neffen Záviš, und sie werden von allen begrüßt. Jarek gesteht, dass er bei der Witwe keinen Erfolg hatte, doch Vok hat sich damit abgefunden, dass er keine Liebe mehr finden wird. Michálek bietet ihm seine Tochter Katuška an, doch die bekennt ihre Liebe zu Jarek. Als Jareks Schwur bekannt wird, gelobt Vok, dass er einen Weg finden wird, um Jarek von seinem Schwur zu entbinden. Beneš bietet seine Hilfe an und verlangt dafür die Abtsstelle. Ein Bote überbringt die Nachricht, dass die verstorbene Burgherrin von Schauenburg, Voks erste und einzige Liebe, ihm ihre Tochter Hedvika zur Pflege anvertraut habe. Vok schickt Záviš nach ihr aus.
2. Akt
Jarek versucht vergeblich zur Ruhe zu kommen, doch seine Gedanken an Katuška verfolgen ihn auf Schritt und Tritt. Es hilft ihm auch nicht die Flucht in die Einsiedelei, wo ihm Rarach im Traum ihre Gestalt erscheinen lässt. Michálek ist unglücklich, er hat sich die Zukunft mit dem Schlossherrn Vok als Schwiegersohn ausgemalt, und nun wird nichts daraus. Katuška findet den schlafenden Jarek, und die beiden versöhnen sich. Vok erscheint, und Záviš schildert ihm den Liebreiz Hedvikas, die gerade eintrifft. Vok betrachtet ergriffen das Mädchen, in dem er die Züge ihrer Mutter wiedererkennt, und bemerkt, dass er zu Hedvika weit mehr als nur väterliche Gefühle hegt. Beneš und Rarach können ihn jedoch davon überzeugen, dass Hedvika von Záviš geliebt werde und er dem jungen Paar nicht im Weg stehen solle. Gleichzeitig haben sie eine Lösung parat, um Jarek von seinem Schwur zu entbinden – Vok soll sich mit der Kirche vermählen und ins Kloster eintreten. Als er dies seinen Untertanen mitteilt, erntet er entrüstete Reaktionen, und alle bitten ihn, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Beim Anblick Hedvikas beschließt Vok, noch einmal sein Glück in der Liebe zu versuchen. Er erklärt, im Kloster die Nacht mit Gebeten zubringen zu wollen, und falls ihn dort eine Frau, die ihn liebe, aufsuchen sollte, werde er sich mit ihr statt mit der Kirche vermählen.
3. Akt
Vok macht sich auf den Weg ins Kloster. Záviš versucht ihm erneut klarzumachen, dass er kein Interesse an Hedvika hat, doch Vok beharrt auf seiner Sicht. Katuška und Jarek bringen Hedvika herbei. Auch sie liebt Vok, möchte jedoch ihre Gefühle nicht als Erste preisgeben. Als Vok geht, versuchen Katuška, Jarek und Záviš sie zu überzeugen, dass Vok sie ebenfalls liebt, doch Hedvika läuft vor ihnen davon. Záviš ist entschlossen, zu Vok ins Kloster vorzudringen, doch verstellt ihm Michálek den Weg, der die Ruhe seines Herrn schützen will. Záviš läuft davon, um Hedvika zurückzuholen. Beneš gesteht Michálek seine Sünden – dass er es war, der Voks Vermählung verhindert hat, um dessen Vermögen für das Kloster zu gewinnen. Michálek läuft davon, um Katuška zu finden und sie notfalls mit Gewalt zu Vok zu bringen. Auch die Mädchen aus dem Dorf schleichen sich im Schatten der Nacht zum Kloster in der Hoffnung, dass Vok eine von ihnen auswählt, sie werden jedoch von ihren Burschen ertappt. Beneš hat durch sein Geständnis sein Gewissen gereinigt, doch Rarach gibt sich nicht geschlagen. Er ruft finstere Kräfte herbei, mit denen er alle Anwesenden beherrscht, und baut mit ihrer Hilfe eine Staumauer, damit das Kloster in den Fluten der Moldau versinkt. Hedvika kehrt zurück, hinter ihr rennt Jarek, und beide sind fest entschlossen, Vok zu retten. Auch Katuška kommt angerannt. Vok und Beneš werden durch Hedvikas und Jareks Rufe wachgerüttelt. Beneš erhebt sein Kreuz und vertreibt die höllischen Mächte. Die Flut lässt nach, doch Vok hat nur Augen für Hedvika und sie nur für ihn.
Der Mönch schließt das Buch, der Schlossherr Vok und die anderen verschwinden, das Wunder der Liebe jedoch bleibt.
Produktionsteam
Besetzung
Wann spielen wir?
Die Teufelswand
Abonnement: OV- 09/01/2027
- 17:00 - 20:00
