Marko Ivanović

Monument

Janáček Theater / Oper 28/10/2021 17:00 - 18:20

Einstudiert im tschechischen Original mit tschechischen und englischen Untertiteln

Der Mensch kann sich selbst nicht entkommen. 

Das Gewissen eines allen auf sich gestellten Künstlers in Konfrontation mit dem Räderwerk der politischen Macht – so lässt sich der Lebensweg des tschechischen Bildhauers Otakar Švec (1892-1955) charakterisieren, der wie vierundfünfzig weitere Bildhauer im Jahr 1949 gezwungen wurde, sich an einem Künstlerwettbewerb für ein Stalin-Denkmal zu beteiligen. Auf die absurde und megalomane Aufgabenstellung reagierte Švec mit dem Entwurf eines nicht realisierbaren Monuments, mit dem er jedoch den Wettbewerb gewann. Der politische Druck im Verlauf der Umsetzung des Entwurfs forderte schlussendlich das größte denkbare Opfer – wenige Tage vor der Enthüllung des Denkmals nahm sich Otakar Švec das Leben. Sein moralisches und künstlerisches Dilemma diente als Basis für das zeitlose Sujet des zweiten Opernwerks, das direkt im Auftrag des Nationaltheaters Brno für das Ensemble der Janáček-Oper entsteht. Autor des Librettos ist der herausragende tschechische Regisseur David Radok, der keinen realistischen Text schafft, sondern in zehn Szenen die Atmosphäre und die Absurdität der Situationen einfängt, in welche die Menschen durch ein nicht näher bestimmtes politisches Regime gedrängt werden. Autor der Musik ist der Chefdirigent der Janáček-Oper Marko Ivanović, der sich in Brno bereits mit der erfolgreichen Kinderoper Čarokraj einen Namen als Komponist gemacht hat.

 

 

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Inhalt der Oper

BILD 1
Marktplatz
Das auf dem Marktplatz versammelte Volk wartet auf das Eintreffen der Repräsentanten des Regimes. Die Kinder besingen in ihren Liedern das Regime, der 1. Sekretär hält eine flammende Rede über den Aufbau des Staats unter der Mithilfe breiter Bevölkerungsschichten und über die Niederlage der alten Strukturen. Der Minister für Kultur gibt die Entscheidung bekannt, ein monumentales Denkmal für den Präsidenten zu errichten. Die Leute verstreuen sich, auf dem Platz bleiben nur Abfälle und Straßenfeger zurück.

BILD 2
Atelier
Der Bildhauer arbeitet in seinem Atelier. Sein Kollege tritt ein. Im Radio wird das Vorhaben angekündigt, das Denkmal zu errichten. Der Kollege sagt voraus, die Teilnahme am Wettbewerb für das Denkmal werde verpflichtend sein, die Bedingungen allerdings lukrativ. Der Bildhauer entgegnet ihm, er werde lieber in der Gießerei arbeiten, als Mörder zu feiern. Es klingelt, zwei Männer bringen einen eingeschriebenen Brief.

BILD 3
Feier
Die Parteioberen haben sich zu einer Feier versammelt. Der Auftritt einer Sängerin vermischt sich mit der Debatte des Ministers und der Sekretäre darüber, wie der Präsident durch das Denkmal dargestellt werden soll.

BILD 4
Auswahlkommission
Die Kommission begutachtet die eingegangenen Entwürfe. Der Minister für Kultur droht einem der Bildhauer, der seiner Ansicht nach die Aufgabenstellung missachtet hat, mit strafrechtlichen Konsequenzen.

BILD 5
Büro des 1. Sekretärs
Der Bildhauer wird zum 1. Vorsitzenden vorgeladen. Ihm wird bekanntgegeben, dass sein Entwurf den Wettbewerb gewonnen habe und er mit der Arbeit beginnen solle.

BILD 6
Straße
Auf der Straße sind nur die Straßenfeger und der Bildhauer zu sehen, der sich bemüht, seinen Erfolg in dem Gestaltungswettbewerb für das Denkmal mit seinem Gewissen in Einklang zu bringen.

BILD 7
Atelier
Die Gattin des Bildhauers vertraut dem Kollegen an, dass ihr Mann von Gewissensbissen geplagt werde. Die Arbeit an dem Denkmal bezeichne er als Monument seiner eigenen Schwäche. Der Kollege sieht die Sache pragmatischer – es seien schon immer Denkmäler für Herrscher errichtet worden, die Arbeit habe nicht abgelehnt werden können.

BILD 8
Kirche
Die Bildhauer kommt in die Kirche zur Beichte.

BILD 9
Selbstmord
Instrumentales Intermezzo

BILD 10
Auf der Toilette
Das Denkmal ist fertig, aber es hat sich gezeigt, dass der, zu dessen Ehren aus errichtet wurde, kein vorbildlicher Bürger, sondern ein Massenmörder ist. Die absurde Debatte auf der Toilette endet mit der Entscheidung, das Denkmal abzureißen.

EPILOG

Marktplatz

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Produktionsteam

David Radok Libretto
Marko Ivanović Musikeinstudierung, dirigent
David Radok Regisseur
David Radok Bühne
Zuzana Ježková Kostüme
Přemysl Janda Lichtdesign
Pavel Koňárek Chorleiter
Michal Vajda Chorleiter Český akademický sbor
Valeria Maťašová Chorleiter Dětský sbor Brno

Besetzung

Wann spielen wir?

Janáček Theater / Opera

Monument

  • 28/10/2021
  • 17:00 - 18:20
Janáček Theater / Opera

Monument

  • 17/11/2021
  • 17:00 - 18:20

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