Giacomo Puccini
Tosca
Sie opferte alles für die Kunst und die Liebe, sodass ihr am Ende nur Verderben und Tod blieben…
Tosca – eine berühmte Diva, aber auch eine Frau und Geliebte, die im Laufe einer einzigen Nacht absolut alles verliert. Maria Callas – eine der berühmtesten Opernsängerinnen der Welt, aber auch eine Frau und ein liebender Mensch, die für ihre Kunst auf alles verzichtete, um schließlich die Kunst für eine Liebe aufzugeben, die sich nie erfüllte. Zwei Schicksale, die im selben Moment zu einem verschmelzen…
Tosca ist ein Werk, das von Anfang an für große Künstlerinnen bestimmt war. Das ursprüngliche Theaterstück La Tosca des französischen Dramatikers Victorien Sardou wurde für die berühmte Schauspielerin Sarah Bernhardt geschrieben. Floria Tosca wurde zu einer ihrer erfolgreichsten Rollen und in der Folge auch zur Inspiration für den italienischen Komponisten Giacomo Puccini. Die Entstehung der Oper verlief nicht geradlinig; die Urheber zweifelten oft, ob die Wahl des Stoffs mit dem komplizierten politischen Hintergrund der Napoleonischen Kriege glücklich war. Die Premiere im römischen Teatro Costanzi im Januar 1900 bestätigte jedoch den außergewöhnlichen dramatischen Instinkt des Komponisten. Das Publikum, obwohl anfangs von Realismus und Brutalität einiger Szenen schockiert, schloss diese Oper voller wunderschöner und emotionaler Musik schnell in sein Herz.
Seit ihrer Premiere in Rom fasziniert diese tragische Geschichte dreier Hauptfiguren – der Sängerin Tosca, des Malers Cavaradossi und des Polizeichefs Baron Scarpia – immer wieder das Publikum auf der ganzen Welt. Ihre leidenschaftliche Musik beeindruckt und lässt einen gleichzeitig schaudern. Puccinis Oper enthält berühmte Stücke wie Cavaradossis Arie „E lucevan le stelle“ oder Toscas „Vissi d’arte, vissi d’amore“. Tosca eroberte sich schnell einen Platz unter den meistgespielten Opern der Welt und war, genau wie ihre Theaterprestige, stets mit großen Interpretinnen verbunden, sei es Emmy Destinn oder Maria Jeritza. Als die wohl größte Darstellerin dieser Rolle gilt bis heute Maria Callas.
Premiere: 15. Mai 2015, Janáček-Theater
Spieldauer: 2 Stunden und 50 Minuten, einschließlich einer Pause.
Délka inscenace 2 hodiny a 50 minut včetně jedné pauzy.
Trailer
Jiří Heřman über die Inszenierung:
„Das zentrale Thema ist für mich die Selbstaufopferung und die Frage, wie weit ein Mensch dabei zu gehen vermag. Ist ein Opfer aus Liebe befreiend? Wenn der Sinn des Lebens die Liebe ist, können wir dann überhaupt ohne sie leben? Das sind die Fragen, die wir uns in dieser neuen Inszenierung stellen. Eine große Inspiration war für mich die Zeit meines Studiums in Rom sowie die Kunst und das Lebensschicksal von Maria Callas.“
1. Akt Eine Gruppe von Touristen kommt in die Kirche Sant’Andrea della Valle. Als die Fremdenführerin versucht sie zu versammeln, bemerkt sie eine elegante Dame und erkennt zu ihrer großen Überraschung in ihr die Operndiva Maria Callas. Die überraschten Touristen grüßen die berühmte Sängerin, nur ein junges Paar trennt sich von der Gruppe und geht achtlos weg. Maria blickt ihnen nach, und in den Sonnenstrahlen, die in die Kuppel der Kirche fallen, beginnt vor ihren Augen ihr eigenes Schicksal abzulaufen – es verschmilzt mit der Geschichte der Oper, die ihr den größten Ruhm einbrachte…
Cesare Angelotti, Konsul der Römischen Republik, ist aus dem Gefängnis der Engelsburg geflohen. In der Familienkapelle der Kirche hat seine Schwester Frauenkleider zum Umziehen für ihn versteckt. Der Mesner bereitet die Pinsel für den Maler Cavaradossi vor, der hier an einem Gemälde der Maria Magdalena arbeitet. Cavaradossi macht sich an die Arbeit, und der Mesner bemerkt, dass das Gesicht auf der Leinwand einer Frau ähnelt, die regelmäßig hierherkommt, um zu beten. Cavaradossi nickt – auch er hat sie gesehen, und ihr inniges Gebet hat ihn so fasziniert, dass er sie auf seinem Bild verewigte. Der Mesner ist empört, doch Cavaradossi entgegnet, dass jede Schönheit ihren eigenen Zauber hat, und denkt an seine Geliebte, die Sängerin Floria Tosca.
Der Mesner geht, und Angelotti erscheint in dem Glauben, die Kirche sei leer. Die Anwesenheit des Malers erschreckt ihn, doch gleich darauf erkennt er in ihm einen alten Freund. Cavaradossi bietet ihm Hilfe an, doch Angelotti muss sich wieder verstecken, da Tosca die Kirche betritt. Sie hat drinnen Stimmen gehört und verdächtigt Cavaradossi, eine andere Frau vor ihr zu verbergen. Dem Maler gelingt es schließlich, Tosca zu beruhigen, doch sie bemerkt das unvollendete Bild und erkennt darin die Züge der Marchesa Attavanti. Cavaradossi versichert sie erneut seiner Liebe. Tosca geht schließlich, und Cavaradossi bietet Angelotti Unterschlupf in seiner Villa an. Bevor sie gehen können, verkündet ein Kanonenschuss, dass Angelottis Flucht entdeckt wurde. Cavaradossi beschließt, seinen Freund zu begleiten.
Der Mesner ruft die Ministranten zusammen, um das feierliche Te Deum zur Feier des Sieges über Napoleon vorzubereiten. Da stürzt der Polizeichef Scarpia mit seinen Männern in die Kirche, die auf der Suche nach dem geflohenen Angelotti sind. Die offene Kapelle, ein Fächer mit dem Wappen der Marchesa Attavanti, der leere Essenskorb, der für Cavaradossi bestimmt war – all das sind Beweise, die Scarpias Verdacht bestätigen, dass Angelotti hier war und der Maler ihm zur Flucht verholfen hat.
Tosca kehrt in die Kirche zurück. Scarpia beschließt, ihre Eifersucht zu nutzen, um den Flüchtigen aufzuspüren. Mithilfe des gefundenen Fächers überzeugt er sie, dass Cavaradossi sich tatsächlich mit der Attavanti trifft. Tosca ist fest entschlossen, die Liebenden in der Villa des Malers zu überraschen, und Scarpia schickt seine Männer hinter ihr her. Das feierliche Te Deum beginnt, doch Scarpias Gedanken konzentrieren sich ausschließlich auf Tosca.
2. Akt Im Palazzo Farnese wartet Scarpia auf seine Männer, die er ausgesandt hat, um Tosca zur Villa Cavaradossis zu folgen. Im Palast befindet sich auch Tosca, die dort eine Festkantate singt. Scarpia lässt sie in sein Appartement einladen. Spoletta trifft mit einer Nachricht ein: Nach Toscas Weggang haben sie die Villa gestürmt, Angelotti jedoch nicht gefunden; so verhafteten sie zumindest Cavaradossi. Der Maler wird Scarpia vorgeführt, bestreitet jedoch alle Anschuldigungen.
Tosca tritt ein, überrascht von seiner Anwesenheit. Scarpia lässt den Maler abführen und versucht, Informationen von Tosca zu erlangen. Sie leugnet zunächst, dass jemand in der Villa gefunden wurde, doch als Scarpia befiehlt, Cavaradossi zu foltern, verrät Tosca nach einer Weile, dass sich Angelotti im Brunnen im Garten der Villa versteckt. Scarpia lässt Cavaradossi zurückbringen und schickt Spoletta zur Villa. Cavaradossi wirft Tosca vor, ihn verraten zu haben.
In diesem Moment stürzt ein Bote mit der Nachricht von Napoleons Sieg herein. Cavaradossi verspottet Scarpia und begrüßt die Freiheit! Scarpia macht deutlich, dass der Maler soeben sein eigenes Todesurteil unterschrieben hat, und lässt ihn abführen. Tosca fleht Scarpia an, Cavaradossi zu verschonen. Scarpia wendet ein, dass nur sie allein ihn retten kann – wenn sie sich ihm hingibt, wird Cavaradossi gerettet. Tosca willigt schließlich ein, fordert aber, dass der Maler sofort freigelassen wird. Scarpia besteht jedoch auf einer Scheinexekution. Er gibt Spoletta Anweisungen und stellt einen Geleitbrief aus. In dem Moment, als er seine Belohnung einfordern will, wird er von Tosca getötet.
3. Akt Cavaradossi wartet in der Engelsburg auf seine Hinrichtung. Die Morgenglocken läuten. Der Maler erinnert sich an die glücklichen Momente mit Tosca und schreibt einen Abschiedsbrief. Tosca kommt, zeigt ihm den Geleitbrief von Scarpia und gesteht den Mord an ihm. Sie erzählt ihm, wie seine „Hinrichtung“ ablaufen soll, und rät ihm, wie er sich verhalten muss, damit alles glaubwürdig wirkt. Beide freuen sich auf die bevorstehende Freiheit und versichern sich ihrer Liebe.
Im Morgengrauen wird Cavaradossi vor das Erschießungskommando auf die Terrasse der Engelsburg geführt. Die Soldaten schießen und er fällt zu Boden. Als das Kommando weg ist, stürzt Tosca voller Entsetzen zu ihm und stellt fest, dass Scarpia sie getäuscht hat – Cavaradossi ist tot. Spoletta stürzt mit Männern, die bereits Scarpias Leiche entdeckt haben, auf den Hof. Tosca bleibt nur ein einziger Ausweg…
