Franz Lehár

Die lustige Witwe

Janáček Theater / Oper 08/05/2025 19:00 - 21:25

Der Auftrag ist klar – eine Witwe wieder verheiraten! Aber so, dass ihre Millionen im Fürstentum bleiben. Anwärter gäbe es genug, allerdings verbindet auch den Grafen Danilo, der mit dem Auftrag betraut ist, mit der Witwe Hanna Glawari bereits eine alte Liebesgeschichte. Die Zuneigung geht also von beiden Seiten aus, ebenso aber auch der Unwille einzugestehen, dass die alte Liebe noch immer da ist. Wenn dann noch weitere Ingredienzien wie eine Party in der Pariser Botschaft, Tänzerinnen aus dem berühmten Cabaret Maxim und witzige Dialoge hinzukommen, dann ist das Ergebnis eine hinreißende Operette.

Das Sujet zur Lustigen Witwe fand Librettist Leo Stein in einer französischen Komödie, die er zufällig entdeckte, als er bei einem Besuch die Bibliothek seiner Gastgeber durchstöberte. Der ursprünglich erwogene Komponist zeigte sein Interesse, und so fiel die Wahl denn auf den jungen Franz Lehár. Sollte hier das Schicksal in Spiel gewesen sein, so hat es sich als ein sehr glückliches erwiesen. Lehár, mütterlicherseits Ungar und väterlicherseits mit Wurzeln in Mähren, hatte offenbar dank dieser familiären Mischung ein besonderes Gespür für Melodien, Schwung und Witz. Jede Nummer der Lustigen Witwe ist ein kleines musikalisches Präsent, und Melodien wie Da geh ich zu Maxim, das Vilja-Lied oder der Weibermarsch wurden rasch bekannt. Berühmt wurde dank der Lustigen Witwe auch Lehár selbst, dessen Operette heute etwa auch zum Repertoire der New Yorker MET zählt. Auf die Brünner Bühne kehrt Die lustige Witwe nach fast dreißig Jahren zurück, und es hat sich ihrer ein erfahrenes Team angenommen. Regisseurin Magdalena Švecová, Choreograf Martin Pacek sowie die Künstler Zuzana Přidalová und David Janošek begeisterten bereits als Autoren der Inszenierungen Ferdy, die Ameise und La bohème. Man darf sich also auf den beschwingten Charme des Paris der Jahrhundertwende freuen – mit allem, was dazugehört.

Einstudiert in tschechischer Übersetzung mit tschechischen, englischen und deutschen Untertiteln

Premiere: am 3. Februar 2023 im Janáček-Theater

 

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Einstudiert in tschechischer Übersetzung mit tschechischen, englischen und deutschen Untertiteln.

145 Minuten, einschließlich 25 Min Pause

1. Akt
Baron Zeta, der Gesandte des Fürstentums Pontevedro, veranstaltet in einem Pariser Hotel ein Bankett. Anlass dafür ist nicht nur der Geburtstag des Landesherrn. Geladen ist auch Hanna Glawari, die Witwe des pontevedrinischen Hofbankiers, von dem sie zwanzig Millionen geerbt hat. Sollte sie einen Franzosen ehelichen, würde das den Bankrott von Pontevedro bedeuten; Zetas Aufgabe ist es daher, dafür zu sorgen, dass das Vermögen im Land bleibt. Die einzige Möglichkeit, dies zu erreichen, ist, Hanna mit einem pontevedrinischen Bürger zu verheiraten, und die Wahl fällt auf den ersten Sekretär der fürstlichen Gesandtschaft, Graf Danilo. Kanzlist Njegus kann den Grafen zwar dazu bewegen, sein Stammlokal Maxim’s zu verlassen und sich auf dem Bankett einzufinden, bei der Begegnung mit Hanna jedoch wird klar, dass den Grafen und sie eine alte Bekanntschaft verbindet. Sie waren einst ineinander verliebt, doch gehorchte Danilo seinem Onkel, der eine Eheschließung mit dem armen Mädchen ablehnte. Zwar hat die alte Liebe noch keinen Rost angesetzt, doch lehnt es Danilo ab, Hanna nur wegen ihres Geldes den Hof zu machen, während sie auch nicht bereit ist, ihm den einstigen Verrat zu verzeihen.
Baron Zeta glaubt zwar, stets alles unter Kontrolle zu haben, doch hat er nicht die geringste Ahnung von der Beziehung seiner Gattin Valencienne zu Camille de Rosillon. Allerdings verliert Valencienne ihren Fächer, auf den ihr Camille „Ich liebe dich“ geschrieben hat. Der Fächer wird von Kromow gefunden, der überzeugt ist, dass er seiner eigenen Frau gehört. Zeta verhindert eine Eifersuchtsszene, indem er Valencienne dazu bringt, vorzugeben, der Fächer sei ihrer. Dies löst jedoch nicht das Problem des Liebespaars, denn Zeta nimmt den Fächer mit. Valencienne versucht Camille dazu zu bringen, um Hannas Hand anzuhalten. Bei der folgenden Damenwahl wird Hanna von Bewerbern umringt. Danilo ist zwar nicht dabei, hat jedoch geschickt die übrigen Damen dazu eingesetzt, weitere Herren abzufangen, die um Hannas Gunst werben könnten.

2. Akt
Der Festabend geht weiter, und Hanna singt das alte pontevedrinische Lied „Es lebt’ eine Vilja“. Danilo lehnt es weiterhin ab, um Hannas Hand anzuhalten, verspricht jedoch, französische Anwärter von ihr fernzuhalten. Zeta beauftragt Danilo außerdem, herauszufinden, wem der Fächer gehört, den er Kromow abgenommen hat – dass er seiner eigenen Frau gehört, ahnt er noch immer nicht. Auch Danilo ist noch nicht darauf gekommen, dafür deckt er weitere kleine Affären in der Botschaft auf. Auf diese Weise schaltet er unerwünschte Anwärter aus, doch auch die Augenblicke der Nostalgie bei einem Walzer mit Hanna reichen nicht aus, um die ablehnende Haltung auf beiden Seiten zu überwinden. Njegus redet Valencienne ins Gewissen, sich von Camille zu trennen. Diese stimmt wiederwillig zu, ihre Trennung wird jedoch von Baron Zeta und Danilo aufgedeckt. Zeta ist außer sich, doch zu seiner Überraschung kommt nicht seine Frau, sondern Hanna aus dem Liebesnest und erklärt, dass sie sich mit Camille verlobt habe.

3. Akt
Zeta ist verzweifelt, denn der Hoteldirektor will für das Bankett bezahlt werden, doch Pontevedro steht am Rande des Bankrotts. Njegus überbringt ihm die Nachricht, dass Hanna die Rechnung bezahle. Diese hat die Grisetten engagiert – angeführt von Valencienne, die selbst eine Grisette gewesen war, bevor sie Zeta geheiratet hatte –, und gemeinsam tanzen sie eine Nummer aus dem Cabaret Maxim’s.
Danilo kann sich für die Tanzszene nicht begeistern und hält sie für eine weitere Provokation von Hannas Seite. Er hält ihr ihre Verlobung mit Camille vor, und die beiden trennen sich beleidigt. Sie werden von Njegus aufgehalten, dessen Geduld mittlerweile am Ende ist. Mit einigen wohlgezielten Sätzen, in denen er auf Freud Bezug nimmt, bringt er sie dazu, einander ihre noch immer glimmende Liebe zu gestehen. Zufrieden gibt Njegus ihre Verlobung bekannt. Kromow ist überrascht, dass Danilo keinen Anstoß an Hannas vorausgegangener Verlobung mit Camille nimmt. Dieser erklärt, dass Hanna damit nur einer anderen verheirateten Frau ein Alibi verschaffen wollte. Valencienne räumt ein, dass sie diese Frau war, stellt die Situation jedoch so geschickt zu ihren Gunsten dar, dass am Ende Zeta selbst sie zu Camille schickt, damit sie sich um ihn kümmere. So findet die Handlung denn ein gutes Ende, und die Wünsche aller Beteiligten sind in Erfüllung gegangen.

 

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Produktionsteam

Franz Lehár Autor
Jakub Klecker Musikalisches Arrangement/Dirigent
Pavel Šnajdr Dirigent
Martin Buchta Chorleiter
Martin Pacek Regie
David Janošek Schauplatz
Přemysl Janda Lichtplanung
Martin Pacek Choreograph
Patricie Částková Dramaturgie
Vojtěch Orenič Assistent des Direktors

Besetzung

Wann spielen wir?

Die lustige Witwe Janáček Theater / Oper

Die lustige Witwe

  • 12/09/2024
  • 19:00 - 21:25
Die lustige Witwe Janáček Theater / Oper

Die lustige Witwe

  • 19/01/2025
  • 17:00 - 19:25
Die lustige Witwe Janáček Theater / Oper

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  • 08/05/2025
  • 19:00 - 21:25

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